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Eine besondere Geschmacksexplosion

Wildkräuter schaffen das, was wir heute sonst nur mit einem immensen Aufwand hinbekommen: Sie versetzen uns ins Staunen und bescheren uns eine nie gekannte Geschmacksexplosion.

Machen wir uns auf die Reise:

Fast als erste im Jahr kommt die Brunnenkresse. So wie sie am Rand oder mittendrin in den kleinen Bächen wächst, schmeckt sie fein scharf, wunderbar nach intensivem Grün. Kurze Zeit später kommt das Scharbockskraut. Es hat es schon mehr in sich. da kommen Bitterstoffe raus und etwas Derbes, das im Winter gewachsen ist. Sobald es blüht, lassen wir das mit dem Essen und erfreuen wir uns nur noch an den gelben Flecken, die jetzt den Waldboden bedecken. Dann setzt die erste Explosion ein, wenn es um die Vielfalt der Kräuter geht, die jetzt loslegen zu wachsen und zu blühen: Erste kleine Brennnesseln und Schafgarbenblätter, Sauerampfer, Wiesenlabkraut, Löwenzahn, Knoblauchsrauke, nicht zu vergessen Bärlauch. Das alles und jedes einzelne für sich kann man sich in aller Ruhe auf der Zunge zergehen lassen und genießen. Noch mehr freut sich unser Magen und Darm: Endlich wieder frisches, bitteres, darauf  haben sie den ganzen Winter gewartet. Die Lebensgeister erwachen wieder. Liegt es tatsächlich an den Bitterstoffen?

Bitterstoffe – Heilsbringer, Schlankmacher, Schlaumacher?
Bitterstoffe zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen. Man weiß mittlerweile, dass sie viel mehr können, als wir ihnen jemals zugetraut haben. Zählten sie doch lange Jahre zu den Stoffen, die man aus unserem Gemüse und Obst herausgezüchtet muss. Heute sieht man Bitterstoffe als notwendig und sinnvoll an:

  • zur Verbesserung des Immunsystems und
  • des Hautbildes
  • bei Problemen mit Appetit und Verdauung 
  • zur Verbesserung der Leberfunktionen und
  • der Aufnahme von Eisen und Mikroelementen
  • zur Stärkung der Herzfunktionen und -leistung
  • zur Verbesserung des Stoffwechsels, u.v.m.

Maßstab sind die „Bitterwerte“ am Beispiel Gelber Enzian: Die Droge „Enzianwurzel“ hat einen Bitterwert von 10.000, d.h. 1 Gramm der Droge in 10.000 Liter Wasser gegeben, wird gerade noch bitter schmecken. Andere Bitterwert-Beispiele: Wermut 10.000, Schafgarbe, 3.000, Löwenzahn 100 bis 500 (Näherungswerte).

Im Sommer geht dann unsere Reise durch die Geschmacksvielfalt der Wildkräuter an dieser Stelle weiter.